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Berlin Geologie

Über und unter dem Pflaster der Großstadt

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783957230027
Sprache: Deutsch
Umfang: 144 S., 180 Illustr.
Format (T/L/B): 1 x 24.1 x 17 cm
Auflage: 1. Auflage 2014
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Spannende, unterhaltsame und verständliche Reise durch Berlins Untergrund - von Pangäa bis heute. Zugleich eine Einführung in die Grundlagen der Geologie. Das einzige populärwissenschaftliche Werk zum Thema Berliner Geologie. Wussten Sie, dass Berlin bei der Plattenverschiebung von Baltica und Avalonia womöglich schon einmal geteilt war - vor etwa 500 Millionen Jahren? Dass auch das Wollnashorn, das vor 30 000 Jahren in Neukölln lebte, zuerst Milchzähne hatte? Dass in der Geowissenschaftlichen Sammlung in Spandau um die 2 Millionen Proben, auch aus Bohrungen in den Berliner Untergrund, aufgehoben werden? Oder dass unter dem Reichstag Quartär, Tertiär, Jura und Keuper liegen - und Kreide fehlt. Geklaut? Wollen Sie wissen, ob man unter Berlin Erdgas finden könnte? Oder wenigstens Braunkohle? Und wie die Saurier nach Rüdersdorf kamen? Wie tief man unter Berlin bohren muss, um ein Haus mit geothermischer Wärme zu versorgen? Wie man den Reichstag und alle neuen Bundestagsgebäude geothermisch heizt? Warum ein Urstromtal Berlin mit Warschau verbindet? Wann sich die ersten Menschen nach Berlin verirrten? Oder aus welchen Natursteinen die Siegessäule, die Nikolaikirche, der Neptunbrunnen, das Auswärtige Amt, die britische Botschaft, das Brandenburger Tor oder die "Schweinebäuche" auf den Berliner Gehwegen bestehen? All das bleibt kein Geheimnis, wenn Sie dieses grundlegende, extrem umfangreich illustrierte und witzig erzählte Buch für geologische Novizen gelesen haben. Norbert W. F. Meier veröffentlichte auch Berlin im Mittelalter, das Standardwerk zum Mittelalter in Berlin mit allen aktuellen Ausgrabungen.

Leseprobe

Vorwort "Über und unter dem Pflaster der Großstadt" - geht dieser Untertitel nicht zu weit? Schließlich sagt der Haupttitel des Buches, dass hier die Geologie Berlins beschrieben werden soll, und die Geologie beschäftigt sich doch überwiegend mit Vorgängen, die sich unterhalb der Erdoberfläche abspielen. Da es in Berlin aber keine felsigen Gebirge oder Vulkane gibt (jetzt nicht mehr - das war schon mal anders!), wie soll man da "über dem Pflaster" irgendwelche Zeugnisse der Geologie Berlins finden? Tatsächlich wurde der Titel gewollt recht weit gefasst, denn in diesem Buch wird nicht nur der geologische Untergrund Berlins beschrieben, sondern auch die geologischen Produkte der vergangenen Jahrmillionen, die wir in Form unterschiedlichster Natursteine überall in der Stadt entdecken können. Diese Natursteine, die in modernen wie in historischen Gebäuden seit dem Mittelalter ganz wesentliche gestalterische Elemente darstellten, sind nur in den seltensten Fällen regionalen Ursprungs, sondern wurden fast immer von der Natur oder vom Menschen in unsere Gegend befördert. So sieht man beispielsweise in der Fassade der mittelalterlichen Marienkirche nahe dem Alexanderplatz überwiegend sogenannte "Feldsteine", also lose Gesteinsbrocken, die auf den Berlin-Brandenburgischen Feldern herumlagen, lange nachdem sie von den Gletschern der Eiszeiten von Skandinavien in unsere Region gebracht wurden. Das Portal der Kirche hingegen besteht aus Sandstein, der von Arbeitern in Schlesien abgebaut und dann hierher transportiert worden war. Lediglich das Sühnekreuz und das untere Gesims stammen aus Rüdersdorfer Muschelkalk - also einem Material, das aus der Umgebung Berlins stammt. Und dennoch Natursteine sind jene Relikte vergangener Erdzeitalter, denen wir bewusst oder unbewusst im Stadtbild tagtäglich am häufigsten begegnen, und deshalb werden sie hier trotz ihrer ursprünglichen Herkunft ebenfalls zur Geologie Berlins gerechnet. Zumal man ein gewisses geologisches Grundwissen benötigt, um sie aufzuspüren und ihre Strukturen deuten zu können, was eine weitere Rechtfertigung für ihre Behandlung im Rahmen dieses Sachbuches ist. Ohnehin sollte vorab festgestellt werden, dass hier nicht etwa eine streng wissenschaftliche Abhandlung der Thematik angestrebt wurde, sondern vielmehr eine anschauliche und lebendig illustrierte Einführung in die Berliner Geologie, die einerseits gut und korrekt informieren soll, aber andererseits auch ein tiefergehendes Interesse an diesem faszinierenden Forschungsgebiet erwecken will. Ebenso ist anzumerken, dass bereits der Begriff "Geologie" in diesem Zusammenhang eine Vereinfachung darstellt, denn hier und an vielen anderen Stellen hätte statt dessen eigentlich eine umständliche Formulierung wie "die sich überschneidenden und miteinander verzahnten Disziplinen der Geowissenschaften" verwendet werden müssen. Im engeren Sinne beschäftigt sich die Geologie nämlich lediglich mit dem Aufbau der Erde und den Prozessen, die für die Entstehung und Weiterentwicklung ihrer strukturellen Bestandteile verantwortlich waren und sind. In diesem Buch wird es aber ebenso um Aspekte gehen, die von diversen eng verwandten Fachdisziplinen behandelt werden. Hierzu zählen in erster Linie die Tektonik, die sich mit Veränderungen der Erdkruste beschäftigt, sowie die Petrografie, die die Beschaffenheit und Zusammensetzung von Gesteinen untersucht, und insbesondere auch die Paläontologie, die über die Erforschung fossiler Tier- und Pflanzenarten eine Datierung von Gesteinsschichten erlaubt. Einige weitere Fachgebiete mit offensichtlichen Querverbindungen zur geologischen Forschung sind - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - in Abb. 2 aufgeführt. Da sich dieses Buch in erster Linie an den interessierten Laien und nicht an den Fachwissenschaftler wendet, beginnt es im ersten Kapitel mit einem Überblick über die Vergangenheit und die Entwicklung unseres Planeten. Zwar wird jeder schon einmal Bezeichnungen wie "Mesozoikum", "Interglazial